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Rezension(en): |
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Es ist ein Buch, das selbst dem, der mit einzelnen Diagnosen nicht einverstanden ist, den Kopf durchlüftet. [...] Das hauptsächlich über die Mehrwertsteuer finanzierte Existenzgeld, mit dem der Staat jedem ein auskömmliches Leben garantiert, tritt nun als das Moment einer Utopie hervor, das Engler wie einen Türöffner gebraucht, um die festgefahrend Reformdebatte für ungeohnte Fragen zu öffnen: Wie macht man den Menschen für ein Selbstverständnis jenseits der Erwerbsarbeit fit? Wie organisiert man eine Gesellschaft so, daß Teilzeitarbeit, Sabbatjahre oder Vorruhestand, gar ein Dasein ganz ohne "Beruf" vom Bürger nicht als defizitär, sondern als befriedigend erlebte Gelegenheit für andere Tätigkeiten aufgefaßt werden? Für Tätigkeiten, die sich nicht erst den Namen Arbeit verdienen müssen, um verdienstvoll zu sein: sei es Hausarbeit, Gartenpflege, Romane schreiben oder was man sonst in einem auf Dauer gestellten Sabbatjahr tut. Statt sich wie derzeit viele Autoren darin zu erschöpfen, einzelne "Reformlügen" anzuprangern, zieht Engler die Linien seiner Utopie ungerührt aus: Der Bürger in seiner zeitgenössischen Verfassung genießt individuelle und politische Rechte, und er genießt sie unbedingt. |
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FAZ (16.3.2005) |
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Auch wenn das Buch keine endgültigen Antworten gibt, wie eine individuellere, humanere Gesellschaft in Zukunft verwirklicht werden könnte: Englers Ideen bringen frischen Wind in die Diskussion um Arbeitslosigkeit und Stellenabbau. Gerade diese neue Perspektive auf die Probleme unserer Zeit macht "Bürger, ohne Arbeit" lesenswert. |
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NDR (März 2005) |
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Sein Buch wagt konkrete Vorschläge für ein Umdenken. Er gibt sich damit genauso angreifbar wie geerdet. [...] Engler wirft Gedanken in den Ring, die es lohnen, kritisch zu prüfen, wenn es darum geht, über den Tellerrand der Zustandsbeschreibung zu blicken. Mit diesem Buch ist ein Anfang gemacht. |
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Märkische Allgemeine (12./13.3.2005) |
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In seinem facetten- und materialreichen Buch sichtet Engler die alten bürgerlichen Theorien, die das Lob der Arbeit sangen, und, nicht ohne rhetorischen Ingrimm, die neueren Diskurse über das Ende der Arbeitsgesellschaft. |
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Literaturen (03/2005) |
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Wolfgang Engler
Bürger, ohne Arbeit
Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft
Gebunden, 416 Seiten,
Aufbau-Verlag
978-3-351-02590-8
19,90 € *) / 38,40 Sfr

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Inhalt: |
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Wirtschafts- und Sozialethik in Zeiten der Globalisierung
Vollbeschäftigung ist eine Utopie, die "Sachzwänge" des "freien Marktes" verschärfen soziale Konflikte. Wolfgang Englers Kritik an der Herrschaft der Wirtschaft über alle anderen gesellschaftlichen Sphären und der Selbstentmachtung der Politik mündet in den Appell an die Bürger, das Ideal einer Gesellschaft selbstbestimmter Menschen nicht preiszugeben.
Im Zeitalter der dritten industriellen Revolution ist die Vorstellung, jeder könne ein Leben auf Erwerbsarbeit aufbauen, anachronistisch geworden. Die Rezepte neoliberaler Ökonomen und Politiker - Einfrieren der Löhne und Gehälter, expandierende Arbeitszeit, Mobilmachung der arbeitsfähigen Bevölkerung, geringere Sozialleistungen bei Teilprivatisierung der Sozialsysteme - weisen keinen Ausweg aus der Krise. Im Gegenteil, die wachsende Diskrepanz zwischen Produktivität, Wachstum und Beschäftigung zehrt die kulturelle Mitgift des Kapitalismus auf: Zukunftsorientierung, Gemeinsinn, Arbeitsethos über die Klassenschranken hinweg schwinden.
Auch ohne Arbeit oder weiterführende Ausbildung die Existenz zu sichern und die persönliche Würde zu wahren wird für immer mehr Menschen zur wichtigsten Überlebenstechnik. Die Befugnis und die Macht zur Umkehr liegen nicht bei einer Elite, sondern beim Willen aller einzelnen, für ihre Bürgerrechte zu kämpfen. Der Umsturz der vom Staat sanktionierten Wirtschaftsgesellschaft beginnt mit der Wiederentdeckung der eigenen Urteilskraft als Keimzelle des Politischen.
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Wolfgang Engler
Wolfgang Engler, geb. 1952 in Dresden, Soziologe, Lehrtätigkeit an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin, seit Oktober 2005 dort Rektor. Im Herbst 2009 Gastprofessur an der Universität St. Gallen. Er publizierte zahlreiche Studien über Lebensformen in Ost und West, kritische Analysen über die Moderne, über Demokratie sowie den Wandel des Politischen und der Öffentlichkeit in den industriellen Massengesellschaften. Veröffentlicht in diversen Zeitschriften und Zeitungen (Die Zeit, taz, Süddeutsche Zeitung, Blätter für deutsche und internationale Politik u.a.). 2000 erhielt Engler den Preis „für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie“. |
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