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Zärtlich und obszön wird die Leidenschaft eines Vertreters der Nach-68er-Generation geschildert. |
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Main-Echo (4.5.2002) |
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Ebenso zärtlich wie obszön, so sprach- wie bildversessen... |
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Buch aktuell (3/2001) |
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Thomas Lehr
Nabokovs Katze
Roman
Gebunden, 512 Seiten,
978-3-351-02869-5
Aufbau-Verlag
25,51 € *) / 45,60 Sfr
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Content: |
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Nachdem Georg mit fünfzehn seinen ersten LSD-Trip eingeworfen hat, kommt er auf einen Horrortrip, der ihn fast das Leben kostet. Davongekommen, beschließt er, daß von nun an "sehen und denken können" als die wirklichen Rauschzustände sein Leben bestimmen sollen. Die dritte Leidenschaft aber läuft ihm beim Verlassen des Krankenhauses in Gestalt Camilles entgegen, einer Mitschülerin, in die er sich augenblicklich verliebt. Zwar trennen die beiden sich bald, doch je mehr Zeit vergeht und je seltener sie sich begegnen, desto mehr fasziniert Georg das Mädchen mit den fast indianischen Zügen - und er ist irritiert, daß sie nie miteinander geschlafen haben.
Im Laufe der Jahre wiederholt sich eine merkwürdige Erfahrung: Immer dann, wenn er Camille getroffen hat, verändert sich etwas grundlegend für ihn. Er beginnt Drehbücher zu schreiben,
zu filmen, lernt die Frau kennen, die er heiratet. Aber was er auch tut, seine Besessenheit von Camille, besser: der Idee von ihr, nimmt zu. Schließlich - er ist mittlerweile Regisseur mit einigem Erfolg - holt er ein unrealisiertes Drehbuch hervor, "Nabokovs Katze", das ein Treffen mit
Camille beschreibt. Damals hatte er sich eine Art umgekehrten Voodoo-Effekt versprochen, die Lösung von ihr, aber das Gegenteil ist eingetreten, er treibt in immer neue Projektionen seiner
Leidenschaft. Camille sei seine Lotte, sagt ihm jemand, und schließlich weiß er keinen Ausweg,
als alles zu verlassen: seine Frau, seine Arbeit, Europa, um in Mexiko Camilles indianische Spuren zu suchen und endlich das Surren der Kamera in seinem Kopf und all die Bilder loszuwerden.
"Nabokovs Katze" ist die Geschichte einer erotischen
Passion, in der ganz nebenbei auch etwas über die Nach-68er-Generation erzählt wird, "die stets zu klug war, um
an irgend etwas zu glauben".
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