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Rezension(en): |
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Der bedeutendste Roman, den eine Frau in deutscher Sprache geschrieben hat: Die im Exil entstandene Geschichte einer gelungenen Flucht aus einem Konzentrationslager. Der Roman ist kein politisches Kampfbuch und nicht etwa ein Rachegesang, sondern ein Buch der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, verfasst von einer Dichterin der Angst und des Schreckens.
Marcel Reich-Ranicki |
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FAZ (18.10.03) |
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Christa Wolf hatte schon Recht, als sie diesem Buch, das in Westdeutschland lange bekämpft wurde, 1963 nachrühmte: "Der Stoff, aus dem dieses Buch gemacht ist, ist dauerhaft und unzerstörbar, wie weniges, was es auf der Welt gibt. Er heißt: Gerechtigkeit." |
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Die Zeit (11.09.03) |
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Dass es Anna Seghers gegeben hat, wird morgen helfen; wie es gestern half. Anna Seghers hat ihre Spur weit nach vorn in die Geschichte geschrieben. So sehen wir einen Weg.
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(Hermann Kant in seiner Gedenkrede auf Anna Seghers) |
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Dieser Roman, in der Emigration geschrieben, gehört heute bereits zu den klassischen deutschen Romanen dieses Jahrhunderts. Er ist eine Auseinandersetzung mit einer Zeit, wo ein Hitlerreich entstehen konnte.
Die Autorin will die Einwirkungen dieser Zeit auf den „einfachen Menschen“, der dazu verurteilt ist die Geschichte bloß passiv zu erleiden, und dessen Hoffnungen, diesen Zustand zu ändern, durch den Faschismus zunichte gemacht wurden, aufzeigen.
`Das siebte Kreuz´ ist ein optimistisches Buch: die meisten Personen bewähren sich, indem sie aus ihrer isolierten Lebensweise ausbrechen und bewusst die Verantwortung übernehmen. Dadurch erscheint der Faschismus als etwas Vorübergehendes, das überwunden werden kann.
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Magdeburger Volksstimme (25. 08. 1968) |
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"Das siebte Kreuz, dieses große literarische Kunstwerk, ist ein Roman gegen die Diktatur schlechthin." Marcel Reich-Ranicki
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Anna Seghers
Das siebte Kreuz
Roman aus Hitlerdeutschland. Werkausgabe, Band I/4
Leinen, 504 Seiten,
Erschienen bei: Aufbau-Verlag
978-3-351-03454-2
34,00 € *) / 57,00 Sfr

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Inhalt: |
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"Das siebte Kreuz, dieses große literarische Kunstwerk, ist ein Roman gegen die Diktatur schlechthin." Marcel Reich-Ranicki
www.derkanon.de
Dieser Roman, der zuerst 1942 in englischer Sprache, kurz darauf im mexikanischen Exilverlag El Libro Libre in deutscher Sprache erschien, machte die Autorin weltberühmt. Er wurde zu einem Bestseller. Der Stoff wurde 1942 in einer Comic-Fassung und in der Verfilmung des österreichischen Emigranten Fred Zinnemann 1944 in den USA populär, noch bevor der Roman seine Leser in Deutschland erreichte. Von allen Werken der Seghers ist er unumstritten das bekannteste.
Er wendet ein populäres, in der trivialen Unterhaltungskunst gern benutztes Erzählmuster an:
eine Fluchtgeschichte. Sieben Gefangene sind aus dem KZ Westhofen entflohen. Sie haben die längst und eindeutig gegen sie entschiedene Machtfrage neu gestellt. Mit ihrer Flucht unterlaufen sie ihre Ohnmacht und nehmen für ihre Selbstbehauptung äußerste Bewährungsproben ihrer physischen und psychischen Kräfte auf sich. Aber nur einem von ihnen gelingt die Flucht.
Sie habe mit dieser Fluchtgeschichte, sagte Anna Seghers, die Struktur des ganzen Volkes aufrollen wollen. Aus der Perspektive des sozialen Romans schafft sie die bedeutendste analytische Darstellung der nationalsozialistisch formierten Gesellschaft. Der Roman zerlegt die Motive der funktionierenden Mitmacher, der kalkulierenden Karrieristen, der eingeschüchterten früheren Oppositionellen, der Funktionsträger des Regimes und derjenigen, die dem Flüchtling helfen. Das Nachwort zur Entstehung und zur Rezeption macht deutlich, inwiefern Anna Seghers versuchte, einem Weltzustand, den sie keineswegs beschönigt, so etwas wie eine Hoffnung abzutrotzen, und wie das Gelingen des Romans damit zu tun hat, daß die Suggestion der Hoffnung ständig ihre Widerlegung mit sich führt.
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