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  Dass es Anna Seghers gegeben hat, wird morgen helfen; wie es gestern half. Anna Seghers hat ihre Spur weit nach vorn in die Geschichte geschrieben. So sehen wir einen Weg.  
  (Hermann Kant in seiner Gedenkrede auf Anna Seghers)  
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Anna Seghers, Die Entscheidung
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Neu bei Aufbau, April 2003: Anna Seghers: Die Entscheidung. Roman. Werkausgabe Bd. I/7
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Anna Seghers
Die Entscheidung

Roman. Werkausgabe, Band I/7

Leinen, 719 Seiten,

Erschienen bei: Aufbau-Verlag
978-3-351-03457-3
40,00 € *) / 68,00 Sfr

 
  Inhalt:  
  Eigenen Angaben nach begann Anna Seghers 1954, diesen Roman zu schreiben. Nach Unterbrechungen durch Krankheiten oder andere literarische Projekte nahm sie die Arbeit 1957 wieder auf und beendete sie Ende 1958. Als "Die Entscheidung" 1959 erschien, polarisierte das Buch die Rezeption im Osten und im Westen, wenn sie das Ergebnis einer einseitigen, vom Kalten Krieg diktierten Lesart war.
Diese Edition, die auf der Erstauflage des Aufbau-Verlages basiert, bietet mit einem ausführlichen Anmerkungsapparat, der zeitgeschichtliche Bezüge des Textes erläutert, die Basis für eine Neubewertung. Dazu gibt der Kommentar aufschlußreiche Einblicke in den Entstehungsprozeß des Romans, dessen erste Spuren auf die Zeit der Rückkehr von Anna Seghers aus dem mexikanischen Exil verweisen. Anders als bei ihren früheren Werken sind zu diesem ersten Nachkriegsroman der Autorin zahlreiche Zeugnisse der Manuskriptgeschichte erhalten: handschriftliche Notizen, Entwürfe, Typoskripte, inhaltlich und stilistisch immer wieder überarbeitete Manuskriptvarianten und Korrekturen. Es gibt interessante Belege für die detaillierten historischen und regionalen Recherchen, mit denen sich Anna Seghers in den ihr fremden Stoff einzuarbeiten versucht. Die Intensität und Akribie dieser jahrelangen Arbeit widerlegen die Behauptung zeitgenössischer Kritiker, daß Anna Seghers diesen Roman als Auftragsarbeit oder Pflichterfüllung abgetan habe.

Um drei ehemalige Spanienkämpfer, die sich seit ihrer Verwundung aus den
Augen verloren haben, verzweigt Anna Seghers ein breit angelegtes
Handlungsgeflecht mit unterschiedlichen Schauplätzen. Alle ihre Figuren
sind von der Tragödie der geteilten Welt in der Nachkriegszeit erfaßt. Der
Konflikt dringt in jedes private Schicksal ein und fordert Entscheidungen.
Wie Anna Seghers diese inneren und äußeren Kämpfe in ihren menschlichen
Dimensionen beschreibt, gehört zu der zeitlosen Qualität dieses Romans.
Als er 1959 erschien, wurde er im Westen heftig kritisiert und im Osten
hochgelobt. Den einen galt er als Staatsdichtung, den anderen als
gelungener Bericht über die Aufbau-Jahre der DDR. Befreit man den Roman aus
dem Kontext des Kalten Krieges, treten Motive in den Vordergrund, die aus
der gesamtdeutschen Trümmerliteratur bekannt sind: Bilder von einem Land,
das durch Nationalsozialismus und Krieg schwer beschädigt wurde, von
Menschen, die mit dem zähen Mut der Verzweiflung nach einer neuen
Lebensperspektive suchen.
 
 
       
  Anna Seghers
Netty Reiling wurde 1900 in Mainz geboren. (Den Namen Anna Seghers führte sie als Schriftstellerin ab 1928.) 1920-1924 Studium in Heidelberg und Köln: Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. Erste Veröffentlichung 1924: „Die Toten auf der Insel Djal“. 1925 Heirat mit dem Ungarn Laszlo Radvanyi. Umzug nach Berlin. Kleist-Preis. Eintritt in die KPD. 1929 Beitritt zum Bund proletarisch- revolutionärer Schriftsteller. 1933 Flucht über die Schweiz nach Paris, 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs. 1941 Flucht der Familie auf einem Dampfer von Marseille nach Mexiko. Dort Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs. Mitarbeit an der Zeitschrift „Freies Deutschland“. 1943 schwerer Verkehrsunfall. 1947 Rückkehr nach Berlin. Georg-Büchner-Preis. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1952 bis 1978 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR. Ehrenbürgerin von Berlin und Mainz. 1978 Ehrenpräsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1983 in Berlin gestorben. Romane: Die Gefährten (1932); Der Kopflohn (1933); Der Weg durch den Februar (1935); Die Rettung (1937); Das siebte Kreuz (1942); Transit (1944); Die Toten bleiben jung (1949); Die Entscheidung (1959); Das Vertrauen (1968). Zahlreiche Erzählungen und Essayistik.
www.derkanon.de

 
  Weitere Titel:
Aufstand der Fischer von St. Barbara (TB)
Seghers, Werkausgabe
Briefe 1924-1952
Briefe 1953-1983
Das dicht besetzte Leben (TB)
Das siebte Kreuz (TB)
Der Ausflug der toten Mädchen (TB)
Der gerechte Richter (TB)
Der Kopflohn (TB)
Die schönsten Erzählungen
Die schönsten Märchen und Legenden (TB)
Erzählungen 1950-1957
Erzählungen 1958-1966
Erzählungen 1967-1980
Geschichten von Frauen (TB)
Hier im Volk der kalten Herzen (TB)
Jans muß sterben (TB)
Romane und Erzählungen
Transit (TB)
Und ich brauch doch so schrecklich Freude
 
 
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*) Die Preisangaben in Euro sind die gebundenen Ladenpreise für Deutschland. Die Europreise für Österreich legt der von uns autorisierte Importeur entsprechend dem österreichischen Preisbindungsgesetz fest.