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Rezension(en): |
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Darum bemüht, nachzuweisen, dass die den deutschen Vertriebenen widerfahrene Behandlung geschichtlich keinesfalls einmalig sei und ihnen ein Opferstatus analog zu jenem der Überlebenden des Holocaust nicht zustehe, entwirft Brumlik ein breites Panorama der europäischen Völkervertreibungen [...] Der Autor verwendet großen argumentativen Scharfsinn und staunenswerte Belesenheit. |
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Neue Zürcher Zeitung (20./21.8.2005) |
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Unabhängig davon, ob nun das "Zentrum gegen Vertreibung" Realität wird oder nicht, der Essay von Micha Brumlik wird die Debatte über dieses Projekt überdauern. Ihn nur als ein schnelles Argument in einer aktuellen Streitfrage zu verstehen, wäre verschenkt angesichts seiner brillanten, detailbesessenen Argumente. |
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Süddeutsche Zeitung (29.3.2005) |
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Micha Brumlik
Wer Sturm sät
Die Vertreibung der Deutschen
Herausgeber: Michel Friedman
Broschur, 300 Seiten,
Aufbau-Verlag
978-3-351-02580-9
18,90 € *) / 36,60 Sfr

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Inhalt: |
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Das Jahrhundert der Vertreibungen
Micha Brumlik legt eine Streitschrift für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur vor.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges flohen Millionen Deutsche aus
den ehemaligen deutschen Ostgebieten, unzählige wurden Opfer von
Raub, Mord und Vergewaltigung. Micha Brumliks differenzierte Analyse zeigt einen Weg, sich dieser Geschichte zu stellen und einen Ton für die
Debatte zu finden, der allen Opfern gerecht wird.
Die Beschäftigung mit den Vertriebenen gipfelte in den Bemühungen, ihnen mit dem umstrittenen Zentrum gegen Vertreibungen ein Denkmal zu setzen. Micha Brumlik geht es in seinem Buch nicht darum, das Leid der vertriebenen Deutschen zu relativieren. Er betrachtet es jedoch als eine beinahe notwendige Konsequenz der monströsen Vernichtungs- und Umsiedlungspolitik der Nazis. Seine Analyse stellt diese Politik in den historischen Kontext des »Jahrhunderts der Vertreibungen«, vom Genozid der Türken an den Armeniern, der Deportation der Tschetschenen-Inguschen und der Krim-Tataren durch Stalin bis hin zu Bürgerkrieg und Vertreibungen im postkommunistischen Jugoslawien. Wie kein anderes Regime hatte das nationalsozialistische Deutschland diese Tendenzen bis ins Unvorstellbare gesteigert und damit ein »präzedenzloses Verbrechen« (Yehuda Bauer) zu verantworten. Sich dieser Geschichte zu stellen, so Brumlik, muß auf einen Verzicht jeder Gedenkkultur hinauslaufen, die sich allein auf die deutschen Opfer von Vertreibungen bezieht. |
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Micha Brumlik
Micha Brumlik ist Erziehungswissenschaftler, Publizist und Grünen-Abgeordneter in Frankfurt. |
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