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  Lebensdaten von Anna Seghers
(Pseudonym für Netty Reiling)
 
    1900
Netty Reiling wird am 19. November in Mainz geboren.

1914
Beginn des Ersten Weltkriegs. Netty Reiling und ihre Mitschülerinnen nehmen während seiner Dauer an Kriegshilfsdiensten teil.

1920
Studium der Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie an der Badischen Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Hier lernt Netty Reiling ihren späteren Ehemann, Laszlo Radvanyi, einen ungarischen Emigranten, kennen.
 
  1921
Zweisemestriges Studium an der Universität Köln; kunstgeschichtliche Studien am Ostasiatischen Museum.

1924
Dissertation über "Jude und Judentum im Werke Rembrandts". Promotion zum Doktor der Philosophie am 4. November.

1925
Heirat mit Laszlo Radvanyi. Radvanyi wird aktiv in der Bildungsarbeit der KPD (Marxistische Arbeiterschule), nennt sich zuerst Johann, ab 1952 Johann-Lorenz Schmidt.

1926
Geburt des Sohnes Peter am 29. April.

1928
Geburt der Tochter Ruth am 28. Mai.
"Aufstand der Fischer von St. Barbara", Erzählung, erscheint im Gustav Kiepenheuer Verlag. Kleist-Preis auf Vorschlag von Hans Henny Jahnn. Gründung des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Anna Seghers - so fortan der Schriftstellername - wird Mitglied. Sie tritt der KPD bei.

1929
Auf Einladung des P.E.N. Clubs Reise nach London

1930
"Auf dem Wege zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen". Erste Reise in die Sowjetunion

1932
"Die Gefährten". Roman
Teilnahme am Antikriegskongreß in Amsterdam.

1933
"Der Kopflohn. Roman aus einem deutschen Dorf im Spätsommer 1932" erscheint im Querido Verlag, Amsterdam.
Flucht in die Schweiz, dann nach Frankreich.
Mit Wieland Herzfelde, Oskar Maria Graf und Jan Petersen Redaktion der Exilzeitschrift "Neue Deutsche Blätter" (1933-1935)

1934
Erwin Piscator verfilmt in der Sowjetunion "Aufstand der Fischer von St. Barbara".

1935
"Der Weg durch den Februar". Roman.

1937
"Die Rettung". Roman.

1938
Außerordentlicher (III.) Internationaler Schriftstellerkongreß in Paris; Rede von Anna Seghers.

1940
"Die schönsten Sagen vom Räuber Woynok. Sagen von Artemis". Die Buchausgabe erscheint bei Meshdunarodnaja Kniga, Moskau.
Internierung von Johann Schmidt im südfranzösischen Lager Le Vernet. Nach gescheiterter Flucht vor der deutschen Wehrmacht muß sich Anna Seghers mit ihren Kindern im besetzten Paris verbergen. Ein zweiter Fluchtversuch ins unbesetzte Gebiet gelingt mit Hilfe von Jeanne Stern. Von Pamiers aus betreibt sie die Ausreise nach Übersee und die Entlassung ihres Mannes aus dem Lager.

1941
Familie Radvanyi verläßt am 24. März Frankreich und gelangt am 30. Juni nach Veracruz, danach Mexiko City. Im mexikanischen Exil beteiligt sich Anna Seghers an antifaschistischen Aktivitäten der Freien Deutschen.

1942
"Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland". Erscheint zuerst englisch in den USA; fast zeitgleich deutsche Ausgabe bei El Libro Libre, Mexiko, dem Verlag der Freien Deutschen.
 
  1944
"Transit". Roman, zuerst in Spanisch, Englisch und Französisch. Verfilmung vom "Siebten Kreuz" in Hollywood.

1946
"Der Ausflug der toten Mädchen und andere Erzählungen", Aurora Verlag New York.
"Das siebte Kreuz" erscheint zum erstenmal in Deutschland. Der Aufbau-Verlag, Berlin, wird zum Haus-Verlag der Autorin.
   
  1947
Anna Seghers verläßt Mexiko, am 22. April trifft sie in Berlin ein.
4.-8. Oktober I. Deutscher Schriftstellerkongreß; Anna Seghers spricht über: "Der Schriftsteller und die geistige Freiheit".

1948
"Sowjetmenschen. Lebensbeschreibungen nach ihren Berichten", Berlin.
Der Roman "Transit" erscheint zum erstenmal in deutscher Sprache bei Weller, Konstanz, ebenfalls dort die Erzählung "Das Ende" in einer zweisprachigen, deutsch-französischen Ausgabe.

1949
"Die Toten bleiben jung". Roman
"Die Hochzeit von Haiti". Zwei Novellen.

1950
"Die Linie". Drei Erzählungen.

1951
"Crisanta". Mexikanische Novelle. "Die Kinder". Drei Erzählungen.
Beginn der Edition "Gesammelte Werke" in Einzelausgaben im Aufbau-Verlag.
Anna Seghers erhält den Nationalpreis der DDR (spätere 1959 und 1971) sowie den Stalin-Friedenpreis.

1952
"Der Mann und sein Name". Erzählung.
Johann-Lorenz Schmidt kehrt aus Mexiko zurück, wird Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, später auch an der Akademie der Wissenschaften.
22.-25. Mai III. Deutscher Schriftstellerkongreß; Anna Seghers wird zur Vorsitzenden gewählt.

1953
"Der Bienenstock". Ausgewählte Erzählungen in zwei Bänden, darin zum erstenmal "Das Argonautenschiff", "Die Rückkehr", "Der erste Schritt", "Friedensgeschichten".
"Frieden der Welt". Ansprachen und Aufsätze 1947-1953.

1955
Zusammentreffen mit Thomas Mann während der Schiller-Ehrung in Weimar.

1956
Januar: IV. Deutscher Schriftstellerkongreß. Referat von Anna Seghers: "Der Anteil der Literatur bei der Bewußtseinsbildung des Volkes".

1958
"Brot und Salz". Drei Erzählungen.

1959
"Die Entscheidung". Roman

1960
Zum 60. Geburtstag erscheint "Anna Seghers. Briefe ihrer Freunde".

1961
"Das Licht auf dem Galgen". Erzählung.
 
    1962
Nach öffentlicher Polemik erscheint im Luchterhand Verlag (Neuwied, Berlin) die erste Ausgabe des Romans "Das siebte Kreuz" in der Bundesrepublik.

1963
"Über Tolstoi. Über Dostojewski". Essays.
Der Luchterhand Verlag beginnt mit der ersten siebenbändigen Ausgabe "Ausgewählte Werke" für Westdeutschland.

1965
"Die Kraft der Schwachen". Neun Erzählungen.
 
  1967
"Das wirkliche Blau. Eine Geschichte aus Mexiko"

1968
"Das Vertrauen". Roman
Spielfilm der DEFA "Die Toten bleiben jung". Szenarium Christa Wolf/Joachim Kunert unter Mitarbeit von Anna Seghers. Dramaturg Walter Janka, Regie: Joachim Kunert. In den nächsten Jahren gibt es zahlreiche Verfilmungen weiterer Werke von Anna Seghers.

1969
"Glauben an Irdisches". Essays aus vier Jahrzehnten. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Christa Wolf.

1970
"Briefe an Leser";
"Über Kunstwerk und Wirklichkeit". Reden, Aufsätze, Notate, Artikel und einige Briefe; drei Bände 1970 und 1971, ein Ergänzungsband 1979 mit chronologischem Werkverzeichnis. Herausgegeben von Sigrid Bock.

1971
"Überfahrt. Eine Liebesgeschichte"

1975
Kulturpreis des Weltfriedensrates.
"Über Anna Seghers. Ein Almanach zum 75. Geburtstag", herausgegeben von Kurt Batt, mit einer Bibliographie. Anna Seghers erhält neben anderen Ehrungen die Ehrenbürgerschaft von Berlin (Ost). Der Aufbau-Verlag beginnt seine zweite Edition der "Gesammelten Werke in Einzelausgaben" mit allen veröffentlichten Erzählungen und mit ausgewählten Essays, 14 Bände.

1977
"Steinzeit". Wiederbegegnung." Zwei Erzählungen.

1978
Rücktritt vom Amt der Präsidentin des Schriftstellerverbandes; Ehrenpräsidentin.
Am 3. Juli stirbt Johann-Lorenz Schmidt.

1980
"Drei Frauen aus Haiti"

1981
Anna Seghers wird Ehrenbürgerin der Stadt Mainz.

1983
Anna Seghers stirbt am 1. Juni. Staatsakt in der Akademie der Künste.


Der Roman das "Das siebte Kreuz" gehört zu den meistverkauften Werken des Aufbau-Verlags.
 
 
Editorial
Christa Wolf über Anna Seghers
Die neue Werkausgabe
Rezeption
Lieferbare Titel
Hörprobe "Jans muß sterben"

 
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